Ich bin jetzt knapp einen Monat wieder daheim, nachdem ich 7 Wochen und einen Tag im Krankenhaus war. Bei mir wurde eine kombinierte Persönlichkeitsstörung diagnostiziert (aus emotional instabilen und ängstlich vermeidenden Anteilen), sowie eine schwere depressive Episode. Ich war die ganzen Semesterferien so gesehen "weg vom Fenster" und bin direkt wieder tief ins Uni-Leben gefallen. Aber irgendwie schaffe ich mich ganz gut zu organisieren.
Morgen habe ich eine Sprechstunde bei einem Dozenten, wo ich schon längst die HA hätte abgeben müssen. Heute bin ich wieder etwas "melancholischer" drauf, könnte man so sagen. Die letzten Wochen habe ich bewusst ganz stark gegen die negativen Gedanken GEKÄMPFT.
"Nein Mana, du bist schlau, keiner hält dich für dumm oder nutzlos. Du kannst viel mehr. Du packst das."
...und habe so versucht, es einfach nicht zu weit mit den negativen shit kommen zu lassen. Ich war sogar ein bisschen so, wie ich früher war. Jedenfalls, was die Motivation betrifft. Denn ich bin eigentlich der Typ Mensch, der alles 10 Jahre vorher fertig macht. So habe ich für ein Referat über Freuds Hysterieforschung bei Anna O. schon alle Texte gelesen, obwohl ich das Referat erst nächste Woche habe. Generell hau ich voll rein und kümmere mich um Unizeug,
Ich organisiere meine fehlenden Module, meine "vergessenen" Hausarbeiten und schreibe lahmen Dozenten hinterher. Ich habe das KOMPLETTE Zimmer sauber gemacht und ausgemistet.
Nur das Masterthema macht mir total Probleme. Ich weiß nicht, worüber ich schreiben soll. Freitag war ich auch das erste Mal arbeiten, heute wieder. Aber ich fühle mich immer noch wie ein nutzloser Idiot, über den jetzt auch (ganz neu!) hinter den Rücken geredet wird. Stichwort: Klapsmühle. Es weiß nicht jeder alles, aber Menschen können nunmal eins und eins zusammenzählen. Daher kam ich schon eher gedrückt heim.
Ich wünschte nach so einer Offenbarung (coming-out?) wie ich sie hatte und Leute endlich wissen wie dreckig es ging, dass es einem dann auch automatisch wieder besser geht...leider nicht. Meine Schwester ist toll und kümmert sich, aber ich habe sie auch kaputt gemacht. Von meinen Freunden ganz zu schweigen, die total überfordert sind.
Ich kämpfe gegen depressive Löcher an, ich stehe aber trotzdem am Rand und starre rein. Und wie Nietzsche so schön gesagt hat: "Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein." Doof ist auch, dass man nicht so leicht einen Therapeuten findet. Meistens ist die Wartezeit ein Jahr, was total witzlos ist, weil bis dahin ich in tausend Depressionen gefallen bin.
Gerade eben (ich weiß nicht wieso) kam ich auf meine alten jimdo-Seiten. Meine erste Seite, die irgendwie "kaputt" ging, funktioniert sogar ganz magisch wieder! Ich habe meine Tagebucheinträge gelesen (alles Typ Abnehmen) und die Tagebucheinträge von meinen "Freunden" damals. Das war schon total nostalgisch.
Interessiert? Hier meine Seiten:
http://manas-dream.jimdo.com/ (neuer)
Irgendwie bin ich dann auf Blogger gekommen, Abwechslung oder so. Ich glaube gerade weil es mir gerade nicht so spitzenmäßig geht, sehne ich mich nach diesen Zeiten. Ich mochte es. Faszination des depressiven Abgrunds. Wie wenn man wirklich an einem Abgrund steht und man die seltsame, unwiderstehliche Lust hat, hineinzuspringen.
Aber ich will es nicht mehr so weit kommen lassen. Ich mache so viele Menschen damit unglücklich. Und wirklich. Ich habe es erfahren. Als ich sterben wollte und wiederkam.
Song of the day: Blue
